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Ernährung und KrebsErnährung bei KrebsWas tun gegen Nebenwirkungen?Ernährung bei Krebs

Was tun gegen Nebenwirkungen?

Probleme beim Essen

Viele krebskranke Menschen leiden an Ernährungsproblemen und Verdauungsschwierigkeiten. Verschiedene Massnahmen können helfen, diese zu lindern.

Je nach Krebsart und Therapie kann es zu stärker oder schwächer ausgeprägten Beschwerden kommen: Appetitverlust, Übelkeit, Blähungen, Durchfall/Verstopfung, Kaubeschwerden, Schluckstörungen, schmerzliche Entzündungen in Mund und Rachenraum.

Ernährungsprobleme können Folgen haben

Während einer Krankheit ist der Körper besonders darauf angewiesen, ausreichend mit Nährstoffen und Energie versorgt zu werden. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen wie etwa einem geschwächten Immunsystem. Dies wiederum kann zu schlechterer Wundheilung, erhöhter Infektionsanfälligkeit und stärkeren Nebenwirkungen von Therapien führen.

Patienten, die unter Ernährungsproblemen leiden, sollten sich beraten lassen. Eine Ernährungsberatung wird von der Krankenversicherung bezahlt, wenn sie vom Arzt verordnet wurde.

Schrifliche Fragen zur Ernährung und Krebs beantwortet auch die Ernährungsberatung der Krebsliga Schweiz.

Mundschleimhäute, Zähne, Kiefer und Speiseröhre können empfindlich auf Krebstherapien reagieren. Mögliche Folgen sind Entzündungen der Schleimhäute, Bläschen (Aphten), Pilzbefall (Mundsoor), Zahnausfall, Mundgeruch, Mundtrockenheit, Empfindlichkeit auf Saures, Brennen und Schmerzen beim Essen und Schlucken.

Melden Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unter den beschriebenen Beschwerden leiden.

Die Mundpflege ist in dieser Zeit besonders wichtig. Viele Symptome klingen meistens nach der Therapie rasch wieder ab.

 

Krebstherapien, manche Medikamente oder die Krankheit beeinflussen oft die Geschmacks- und Geruchsempfindungen. Es kann zu einem sehr starken, zu einem sehr gedämpften Geschmacksempfinden oder vorübergehend sogar zu einem kompletten Verlust des Geschmackssinns kommen.

Das Essen schmeckt dann anders als gewohnt. Die teilweise starken Geschmacksveränderungen werden als metallisch, sehr bitter, sehr süss, fade, pappig oder ranzig wahrgenommen.

Viele Betroffene nehmen Gerüche empfindlicher wahr, besonders auch Essensgerüche. Die Abneigung gegen einzelne Lebensmittel oder Speisen erhöht sich dadurch.

Die Geschmacks- und Geruchsveränderungen können wenige Stunden bis mehrere Tage, Wochen oder gar Monaten dauern. Sie klingen nach der Krebstherapie meistens wieder ab.

Sprechen Sie Ihr Behandlungsteam auf die Geschmacks- und Geruchsveränderungen an. Manchmal kann eine Ursache wie Mundsoor oder Zinkmangel behandelt werden.

Tipps

  • Geschmacksverluste können Sie durch Kau- und Bisserlebnisse (z.B. weich, knusprig, knackig, körnig) ausgleichen.
  • Essen Sie geruchsarme Speisen oder Lebensmittel, die wenig Eigengeschmack (z.B. Reis, Weissbrot, Naturjoghurt) haben.
  • Minimieren Sie Gerüche. Essen Sie beispielsweise mehr kalte statt warme Speisen und lüften Sie vor dem Essen die Räume gut.
  • Lutschen Sie zwischendurch Bonbons oder kauen Sie Kaugummi. Das regt die Speichelproduktion an und verbessert das Geschmacksempfinden.
  • Trinken Sie zwischendurch und zu den Mahlzeiten kleine Mengen, um den schlechten Geschmack wegzuspülen.
  • Achten Sie auf eine gute Zahn- und Mundhygiene.

Gut zu wissen

Mehr zu Krebstherapien, deren Nebenwirkungen und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in den Broschüren «Medikamentöse Tumortherapien», «Operationen bei Krebs» und «Die Strahlentherapie»

 

Die Speicheldrüsen sondern Speichel ab, damit das Schlucken, Sprechen und Essen gut funktionieren. Strahlentherapie, Krebsmedikamente oder Operationen können die Speicheldrüsen schädigen oder die Funktion der Speicheldrüse beeinflussen. Das verursacht unter Umständen Mundtrockenheit.

Insbesondere bei Krebsbetroffenen, die eine Operation oder Strahlentherapie im Kopf-Halsbereich hatten, kann der Speichel zäh oder schleimig sein oder sich säuerlich anfühlen.

Trinken Sie häufig etwas, auch wenn es nur schluckweise möglich ist und/oder verwenden Sie einen Wasserspray. Kalte Getränke halten die Mundschleimhaut länger feucht. Passen Sie die Lebensmittelkonsistenz und/oder Temperaturen des Essens und der Getränke Ihrem Empfinden an. Essen Sie beispielsweise nicht zu viele trockene oder krümelige Lebensmittel wie etwa Brot oder Zwieback.

Tipps

  • Meiden Sie Speisen, die Ihre Schleimhaut reizen (z.B. saure Lebensmittel).
  • Saucen, Dressings, Bouillon oder Öl helfen, das Essen zu schlucken.
  • Bonbons oder Eiswürfel aus Tonic-Wasser, Fruchtsaft, Joghurt oder Kräutertee lutschen. Dabei sollten Sie darauf achten, was Sie vertragen. Auch Kaugummi kauen kann die Speichelproduktion anregen.
  • Sprayen Sie mit einem Zerstäuber Feuchtigkeit in den Mund.

Eine Krebstherapie kann die Mundschleimhäute schädigen. Dadurch wird die natürliche Schutzbarriere gegen Bakterien und Pilze geschwächt. Oft haben die Betroffenen dann schmerzhafte Entzündungen im Mund oder dem Rachen, und die Verdauung ist beeinträchtigt.

Bei einer Chemo- und/oder Strahlentherapie zeigen sich die ersten Symptome oft erst nach einigen Behandlungstagen. Die Schmerzen und Schluckbeschwerden beeinträchtigen das Essen und Trinken und erhöhen dadurch auch das Risiko für eine Mangelernährung.

Informieren Sie bei Entzündungen der Mundschleimhaut das Behandlungsteam, damit pflegerische, medikamentöse oder ernährungsspezifische Massnahmen ergriffen werden können zur Schmerzlinderung, zum Mundschleimschutz oder durch Anpassung der Ernährung.

 

Tipps

  • Passen Sie die Temperatur und Konsistenz des Essens Ihrem Empfinden an (z.B. weiche, pürierte Kost). Probieren Sie aus, ob Sie klebrige Lebensmittel (z.B. Honig, Schmelzkäse), krümelige, bröselige wie Zwieback oder Kekse, faserige wie etwa Stangensellerie, Spargeln oder scharfkantige Lebensmittel wie Bonbons, Nüsse und Brotkrusten vertragen.
  • Essen Sie keine sauren oder scharfen Lebensmittel.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Tabak, da beides die Mundschleimhaut reizt.
  • Halbgefrorene Gurkenstücke oder Eiswürfel oder eingefrorene Trinknahrung beruhigen die Mundschleimhaut und dämpfen den Schmerz.
  • Vor dem Essen können Sie auch ein wenig Rahm oder spezielle Mundgels (erhältlich in der Apotheke) im Mund verteilen. Beides bildet einen Schutzfilm über den Mundschleimhäuten.

Achten Sie auf eine gute Mundhygiene

Eine sorgfältige Mundhygiene hilft vorbeugend und kann während der Krebsbehandlung Beschwerden lindern. Verwenden Sie mehrfach täglich Wasser und eine gute Zahnpasta und vermeiden Sie spezielle, oft reizende Mundspüllösungen. Fragen Sie Ihr Beratungsteam, wie Sie die Zähne und den Mund pflegen können.

Zahnstatus

Medikamentöse Tumortherapien sowie Strahlentherapien im Mund oder im Hals-Nasen-Ohren-Bereich können Zahnschäden verursachen. Lassen Sie wenn möglich vor Beginn der Krebstherapie den Zustand der Zähne und des Zahnfleisches zahnärztlich kontrollieren und schriftlich dokumentieren (Zahnstatus).

Die Behandlung von Zahnschäden, die durch eine Krebstherapie auftreten, wird von der Krankenkasse nur dann übernommen, wenn sie nachweislich vor der Krebsbehandlung noch nicht bestanden haben.

Das Schlucken ist ein sehr komplexer Vorgang. Über 30 Nerven und Muskeln sind daran beteiligt. Bei Schluckstörungen (Dysphagie) funktioniert der Schluckreflex nicht mehr wie gewohnt, und Essen und Flüssigkeiten können in die Luftröhre gelangen. Vor allem harte, knackige, knusprige und körnige Lebensmittel lösen dieses Problem aus.

Bei Flüssigkeiten ist das Risiko sich zu verschlucken sehr hoch. Dickflüssigere Getränke können das Schlucken erleichtern. Es gibt auch Verdickungsmittel, um Flüssigkeiten einzudicken.

Betroffene, die an Schluckstörungen leiden, können oft feuchte, weiche, angedickte Speisen wie weichgekochtes Gemüse, Kartoffelstock, Kompott, dicke cremige Suppen, Quarkspeisen oder Pudding gut schlucken.

Die Nahrungsaufnahme wird durch die Schluckstörungen stark eingeschränkt. Das führt zu einer verminderten Lebensqualität und oft auch zu einem unerwünschten Gewichtsverlust.

Wenn Sie wegen den Schluckstörungen nicht mehr ausreichend Energie und Nährstoffe aufnehmen können, sollten Sie mit dem Behandlungsteam sprechen, um nach Ursachen und Lösungen zu suchen.

 

Tipps

  • Sitzen Sie beim Essen und Trinken aufrecht, das erleichtert das Schlucken.
  • Neigen Sie den Kopf beim Schlucken etwas nach vorne und senken Sie das Kinn nach unten. In dieser Haltung verschluckt man sich weniger.
  • Essen Sie langsam und in kleinen Portionen und trinken Sie schluckweise.
  • Passen Sie die Konsistenz und die Temperatur der Speisen Ihrem Empfinden an, damit es angenehm zu schlucken ist.
  • Spezielle Trinkbecher mit einer Aussparung an der Nase können das Trinken erleichtern, weil man den Kopf nicht nach hinten neigen muss.

Während den Krebstherapien können Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Bei einer Chemotherapie hängt die Stärke der Beschwerden oft von der Dosierung und der Medikamentenkombination ab. Auch Strahlentherapien im Bereich des Magens, des Darms, der Leber oder im Hals-Kopfbereich können starke Übelkeit auslösen.

Es gibt Medikamente, die Übelkeit lindern. Diese so genannten supportiven (=unterstützenden) Medikamente werden normalerweise bereits vorbeugend verabreicht.

Übelkeit und Erbrechen hemmen den Appetit. Ausreichend zu essen und zu trinken wird schwierig. Oft verlieren Betroffene rasch an Gewicht und nehmen zu wenig Flüssigkeit auf.

Zum Essen und Trinken sollten Sie sich in dieser Zeit nicht zwingen. Das Behandlungsteam wird Sie beraten, wie Sie ausreichend Kalorien, Eiweiss und insbesondere auch Flüssigkeit zu sich nehmen können. Vielleicht benötigen Sie auch vorübergehend eine künstliche Ernährung. ((Verlinkung mit Kapitel Künstliche Ernährung))

Tipps

  • Essen sie geruchsarme Nahrungsmittel. Kaltes Essen riecht weniger als heisses (z.B. Kompott, Glace).
  • Minimieren Sie Essensgerüche, indem Sie gut lüften und/oder nicht in der Küche essen, wo gerade gekocht wurde.
  • Trockene, stärkehaltige Nahrungsmittel essen (z.B. Brezeln, Cracker, Kekse, Salzstangen).
  • Essen Sie am besten dann, wenn Ihnen nicht übel ist. Verteilen Sie die Mahlzeiten auf jene Zeiten, an denen Sie sich besser fühlen.

Eine Krebserkrankung führt oft zu Verlust von Appetit, zu verfrühtem Sättigungsgefühl, zu Muskelverlust und damit zu körperlicher Müdigkeit.

Die Folge von mangelndem Appetit ist oft eine ungewollte unzureichende Nahrungs- und Kalorienaufnahme. Es gibt persönliche Strategien, um dem entgegenzuwirken: Einigen Menschen fällt das Essen leichter, wenn sie ihre Mahlzeiten in Gesellschaft einnehmen oder sich ablenken. Andere brauchen Ruhe und müssen sich auf das Essen konzentrieren. Wichtig ist, mehrfach täglich möglichst eiweiss- und kalorienreiche Lebensmittel zu essen (siehe Kapitel «Gewichtsverlust». Essen Sie das, worauf Sie Lust haben.

Auch Bewegung kann den Appetit anregen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der Krebsliga-Broschüre «Körperliche Aktivität bei Krebs».

Sprechen Sie mit Ihrem Onkologieteam, um medikamentöse Therapien (z.B. so genannte Prokinetika) und die Ernährung zu optimieren. Dabei sind die Zusammenarbeit und der Austausch mit Ihrem onkologischen Behandlungsteam und ihrem Hausarzt wichtig.

Zu den körperlichen Beschwerden kommt oft eine starke psychische Belastung. Das kann ebenfalls ein Grund für mangelnden Appetit sein. Lassen Sie sich allenfalls von einer psychoonkologisch geschulten Fachperson beraten und begleiten.

 

Tipps

  • Essen Sie regelmässig, auch wenn es nur kleine Portionen sind (z.B. Zmorge, Znüni, Zmittag, Zvieri, Znacht, Spätmahlzeit/Bettmümpfeli, Nachts).
  • Essen Sie kalorienreiche Mahlzeiten.
  • Gut ist, wenn Sie immer etwas zu essen parat haben. Dann können Sie essen, wenn Sie Appetit haben oder wenn es Ihnen besser geht.
  • Lassen Sie jemanden für sich kochen.
  • Richten Sie sich die Gerichte appetitlich an.

Krebsbetroffene leiden oft an Durchfall. Ausgelöst wird Durchfall in der Regel durch eine Chemo- oder Strahlentherapie oder die Einnahme von Medikamenten. Durch langandauernden Durchfall verlieren die Betroffenen viel Flüssigkeit, und der Körper kann oft nicht genügend Nährstoffe aufnehmen.

Bei Durchfall helfen beispielsweise so genannte isotonische Getränke. Sie können vom Darm gut aufgenommen werden und unterstützen den Ausgleich des Mineralstoffhaushalts. Das Behandlungsteam im Spital wird Sie beraten, wie Sie in dieser Zeit genügend Flüssigkeit und Nährstoffe zu sich nehmen können.

Konsultieren Sie bei anhaltendem Durchfall (von mehr als zwei Tagen), bei blutigem Durchfall oder Durchfall mit Fieber unbedingt Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um allenfalls mit Medikamenten dem Durchfall oder mit Infusionen dem Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken.

Durchfall entsteht auch durch Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsbestandteilen wie beispielsweise Laktose (Milchzucker) oder Fruktose (Fruchtzucker). Klären Sie Unverträglichkeiten zuerst mit dem Arzt ab, bevor Sie Lebensmittel weglassen.

 

Tipps

  • Trinken Sie genügend.
  • Probieren Sie leicht gezuckerten Schwarztee mit einer Prise Salz, Gemüsebrühe, Tomatensaft, verdünnte Fruchtsäfte (Fruchtsaft, Wasser und eine Prise Salz, Mineralwasser ohne Kohlensäure.
  • Probieren Sie zerdrückte Bananen, gekochte Karotten oder geriebene Äpfel. Sie können Flüssigkeit binden und den Stuhl etwas eindicken.
  • Sorgen Sie für einen Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts durch isotonische Getränke (im Handel oder als Medikament in der Apotheke erhältlich).
  • Trinken Sie keine Fruchtsäfte, Süssgetränke und Getränke, die mit Fruktose oder künstlichen Süssungsmitteln gesüsst sind.

Einige Betroffene leiden während der Krebstherapien oder wegen der Krebserkrankung unter Verstopfung. Ursache sind oft Medikamente, die die Darmfunktion und die Darmentleerung hemmen (z.B. starke Schmerzmittel, Medikamente gegen Übelkeit). Ebenfalls können Faktoren wie beispielsweise Stress, eine nahrungsfaserarme Ernährung, zu wenig körperliche Aktivität oder eine geringe Flüssigkeitszufuhr Verstopfung fördern.

Wenn Sie unter Verstopfung leiden und weniger als alle zwei Tage Stuhlgang haben oder wenn Sie harter Stuhlgang plagt, müssen Sie handeln. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unter Verstopfung leiden. Oft benötigen die Betroffenen verdauungsfördernde oder abführende Medikamente.

Man kann prüfen, ob weitere Massnahmen helfen. Bei einigen Betroffenen regt Bewegung die Darmfunktion und -entleerung an. Bei anderen Betroffenen lindert eine Ernährungsumstellung die Symptome. Nahrungsfaserreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Gemüse oder Hülsenfrüchte und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr können eventuell bei einer Verstopfung helfen. Nahrungsfasern können aber auch unangenehme Blähungen und Völlegefühl auslösen.

Am besten ist es, wenn Sie sich bei der Auswahl der Nahrungsmittel von einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater beraten lassen.

 

Tipps

  • Versuchen Sie, sich täglich zu bewegen.
  • Verschiedene Lebensmittel haben eine leicht abführende Wirkung wie zum Beispiel Fruchtsäfte, getrocknete Feigen oder anderes Trockenobst.
  • Essen Sie nahrungsfaserreiche Lebensmittel, sofern Sie sie vertragen. Wichtig: Trinken Sie auf jeden Fall ausreichend, wenn Sie nahrungsfaserreiche Lebensmittel essen. Nahrungsfasern brauchen viel Flüssigkeit zum Quellen.

Die Ursache von Blähungen sind Gase im Darm. Die Bildung von Gasen ist ein normaler Vorgang bei der Verdauung. Blähungen können bei einer Chemo- und Strahlentherapie oder nach Operationen jedoch vermehrt auftreten, beispielsweise wenn die Darmschleimhaut geschädigt ist.

Nahrungsfaserreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Rohkost, Kohlgemüse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Pflaumen verursachen vermehrt Blähungen. Bei einigen Menschen können Unverträglichkeiten von Lebensmittelbestandteilen wie Milchzucker, Fruchtzucker oder Sorbit Blähungen auslösen.

Ausserdem verursacht geschluckte Luft ebenfalls Druck im Darm.

 

Tipps

  • Verteilen Sie das Essen auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
  • Essen Sie langsam und kauen Sie das Essen gründlich.
  • Meiden Sie kohlensäurehaltige Getränke.
  • Schaffen Sie eine angenehme, stressfreie Situation beim Essen.
  • Probieren Sie symptomlindernde Lebensmittel aus (z.B. Kräutertee, Fenchel, probiotische Joghurts).

Fatigue ist der Begriff für eine anhaltende, endlos scheinende Müdigkeit, die mit einer starken körperlichen und psychischen Erschöpfung auftritt. Viele Krebsbetroffene leiden während oder nach den Krebstherapien an Fatigue (meistens bei Abmagerung, Tumorkachexie).

Aufgrund der Erschöpfung wird weniger oder seltener etwas gegessen, und umgekehrt kann eine geringe Nahrungsaufnahme zu Fatigue führen. Hier ist es wichtig, trotz der Fatigue einer Mangelernährung vorzubeugen (siehe Tipps bei Gewichtverlust).

Fatigue ist ein vielschichtiges Thema. Fatigue sollte deshalb im Rahmen der gesamten Krebstherapie berücksichtigt und behandelt werden. Ernährung, Psychoonkologie, Medikamente, Bewegungstraining, Achtsamkeitsübungen sind mögliche Begleitmassnahmen. Besprechen Sie dies mit Ihrem Behandlungsteam.

Mehr über Fatigue und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie in der Krebsliga-Broschüre «Rundum müde – Fatigue bei Krebs».

 

Tipps

  • Sind Sie zu müde zum Kochen? Lassen Sie sich Einkäufe oder Gerichte nach Hause liefern. Oder fragen Sie Verwandte, Freundinnen und Freunde, ob sie für Sie vorkochen.
  • Bereiten Sie sich einfache und schnelle Gerichte zu (z.B. Rahmquark mit Früchten).
  • Verwenden Sie Fertigprodukte oder Halbfertigprodukte (z.B. Tiefkühlkost).
  • Essen Sie zu Tageszeiten, an denen Sie sich besser fühlen.
  • Planen Sie vor Mahlzeiten keine körperlich anstrengenden Tätigkeiten wie Spaziergänge oder Physiotherapie.

Wasser ist wichtig, um die normale Zellfunktion und den Stoffwechsel sicherzustellen. Zu wenig Flüssigkeit im Körper beeinträchtigt die Körperfunktionen. Bei einem Wassermangel im Körper sprechen Fachpersonen von einer Dehydration.

Täglich wird Flüssigkeit zu etwa 20 bis 30 Prozent über das Essen und 70 bis 80 Prozent über Getränke aufgenommen. Wenn Krebsbetroffene wenig oder nicht essen und trinken können, ist die Gefahr einer Dehydration sehr gross. Auch langanhaltender Durchfall und Erbrechen sowie starkes Schwitzen oder einige Medikamente können zu einer Dehydration führen.

Die Folgen einer Dehydration sind beispielsweise trockene Schleimhäute oder Müdigkeit. Auch schwerwiegendere Folgen wie eine Unterfunktion der Niere (Niereninsuffizienz) oder Kreislaufprobleme mit Schwindel können auftreten.

Genügend Flüssigkeit aufzunehmen ist für Krebsbetroffene sehr wichtig. Pro Tag sollten Sie je nach Körpergewicht mindestens ein bis zwei Liter trinken, besser mehr.

 

Tipps

  • Trinken Sie regelmässig.
  • Stellen Sie Getränke griffbereit hin.
  • Wechseln Sie bei den Getränken ab: Wasser, Tee, Kaffee, Sirup, Fruchtsäfte und Smoothies, Bouillons, Milchshakes.
  • Passen Sie die Temperatur der Getränke Ihren Vorlieben an.
  • Lutschen Sie Eiswürfel, Wasser oder eine Glace.